2009
Nach dem erfolglosen Jahr 2008 dachte ich, es kann jetzt nur noch aufwärts gehen. Ich hatte den Ausrutscher auf einer nicht abgestreuten Ölspur am Iberg zu Anfang des Jahres 2008 und während der ganzen Saison einen Konkurrenten mit einem nagelneuen BMW 120d, bei dem die Finanzierung seines Sports anscheinend keine übergeordnete Rolle spielte. So war ich im Jahr 2008 von Anfang an weit abgeschlagen die Nummer Zwei.
Im Winter habe ich den Motor mit Serienteilen überholt und der musste ja eingefahren werden. Also besorgte ich mir Kurzzeitkennzeichen und fuhr hinunter nach Miltenberg am Main. Der Rückweg führte mich durch schöne Gegenden wie Spessart, Vogelsberg und Edertal. Es war eine wunderschöne Fahrt und der Motor lief einwandfrei, wenn man mal von der Undichtigkeit am hinteren Kurbelwellenlager absieht.
Am Hotel in Bürgstadt bei Miltenberg
Irgendwo im Spessart oder so
Der Motor
Ibergrennen
Hoffnungsvoll geht es also zum ersten Rennen der Saison nach Heiligenstadt in Thüringen. Dieses mal bin ich ganz alleine unterwegs und so habe ich alle Hände voll zu tun. Das Wetter ist zwar nicht bilderbuchmäßig aber es ist trocken, so dass ich die neuen Slicks einweihen kann. Am Trainingssamstag erziele ich eine beste Zeit von 1:22:645 und liege damit knappe 3 Sekunden hinter meinem einzigen Konkurrenten Torsten Fischer im Opel Calibra 16v. Zeitmessungen zeigen, dass mein Alfa 75 die ersten 30m geringfügig langsamer zurücklegt als der Opel. Die 60m-Marke durchfahre ich jedoch nach 5,304 Sekunden und bin damit um 0,07 Sekunden schneller als der Calibra. Der Motor scheint gut zu funktionieren.
Doch jetzt kommt es auf die Rennläufe an. Ich kann meine Zeiten gegenüber dem Trainingstag auf tiefe 1:21er verbessern. Leider gelingt es auch Torsten Fischer, seine Zeiten auf hohe 1:19er zu steigern. Bei allen vier Wertungsläufen verliere ich ca. 5,5Sekunden und bin damit knapp geschlagen. Es war ein fairer Kampf, der viel Spaß gemacht hat und der Sieg geht verdient an den Opel-Mann. Der Motor läuft relativ zufriedenstellend, denn die Zeiten sind um 2 Sekunden besser als im Vorjahr. Der Öldruck fällt allerdings im Zielbereich bei Leerlaufdrehzahl ziemlich in den Keller. Deswegen halte ich die Drehzahl in der Abkühlfase etwas hoch, bevor ich den Motor abstelle.
Beste Zeit: 1:21:008min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 91.1km/h
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Hauenstein
Ganz besonders freue ich mich immer auf das Rennen am Hauenstein nahe dem kleinen, idyllischen Örtchen Hausen in der Rhön. In diesem Ort herrscht am Rennwochenende Ausnahmezustand und Volksfeststimmung. Als Fahrer kann ich an den wilden Partys im bayrischen Festzelt leider nicht teilnehmen. Am Samstag Abend lohnt bei schönem Wetter immer eine kurze Wanderung nach Fladungen um in der schönen Altstadt essen zu gehen.
So ist es auch in diesem Jahr wieder. Die Sonne lacht das ganze Wochenende und es kommt Urlaubsstimmung auf. Meine Frau, mein Bruder und unsere beiden Hunde sind auch mit von der Partie und so haben wir ein schönes Wochenende mit Zelten, Grillen und allem was dazu gehört.
Dieses Mal haben sich außer mir zwei weitere Fahrer in der Klasse G3 eingeschrieben: Patrick Orth mit seinem BMW E30 318is und André Krämer mit seinem BMW E36 318is. Am Trainingstag zeigt sich schon ein Trend. Patrick Orth übernimmt die Führung vor André Krämer. Hier beträgt der Unterschied zwischen den beiden auf der 4.2km langen Strecke 3,5Sekunden. Nach weiteren 5,5Sekunden komme auch ich ins Ziel. Selbst auf die Länge der Strecke bezogen ist der Rückstand von mir so groß, dass man wieder einmal von echten Problemen sprechen kann. Auch am Renntag bleibt die Reihenfolge bestehen, obwohl ich meinen Rückstand gegenüber André Krämer auf 3,5Sekunden reduzieren kann. Der Abstand von mir zu Patrick Orth ist mit ca. 7Sekunden aus meiner Sicht allerdings zu hoch, um ihn nur mit Fahrkönnen begründen zu können. Denn ich habe meine Zeiten gegenüber dem Vorjahr um ca. 4Sekunden verbessern können, was im Wesentlichen auf die Motorrevision zurückzuführen ist. Diese Situation ist natürlich für mich gefährlich, da ich versuche, immer näher an die Grenzen meines Fahrzeuges zu gehen, um den Abstand zur Konkurrenz möglichst klein zu halten. Ein Abflug auf diesen Strecken kann schnell mit dem Totalverlust des Fahrzeuges einhergehen. Zu sehen ist diese Fahrweise an der Geschwindigkeitsmessung im Ziel nach einer schnellen Kurvenkombination. Mit viel Mut muss man hier auf dem rechten Pedal stehen bleiben, um möglichst viel Geschwindigkeit auf die Zielgerade mitzunehmen. Dabei guckt man geradeaus immer nur auf die Wand aus Stahl, die immer näher kommt. Im Ziel erreiche ich mit 125km/h eine um 3km/h höhere Geschwindigkeit als der E36. Den E30 ziehe ich hier nicht mehr in die Vergleiche ein.
Nach diesem Wochenende fahre ich mit gemischten Gefühlen nach Hause und freue mich schon auf mein Heimrennen in Osnabrück.
Beste Zeit: 2:32:464min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 99,2km/h
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Osnabrück
Bei traumhaft schönem Wetter richte ich mich am Freitagabend mit meinen ganzen Klamotten wohnlich im Fahrerlager ein. Es ist eine Wohltat, in 10 Minuten am Ort des Geschehens zu sein.
Auch am Samstag lacht die Sonne vom Himmel. Den ersten Trainingslauf fahre ich eigentlich immer mit einer riesigen Portion Sicherheit, also auch diesmal. Nach 1:22:337min fahre ich durchs Ziel. Eigentlich eine ganz gute Zeit zum Einstieg. Den zweiten Lauf absolviere ich etwas radikaler und es ist eine 1:19:209min. Damit fahre ich bereits meine persönliche Bestzeit auf dieser Strecke. Nur im Jahre 2007 fuhr ich 1:19:413min. Im Jahr 2008 kam ich nicht unter die 1:20min. Somit ist diese Zeit um 1,5 Sekunden besser als die Bestzeit im Vorjahr. Aber es reicht nicht. Patrick Orth im E30 318is fährt mühelos 1:15er Zeiten. Es muss also schneller gehen, obwohl diese Zeit früher zum Sieg gereicht hatte. Trotzdem bin ich unzufrieden, denn das Auto fühlt sich nicht gut an, ich kann keine rechte Verbindung zum Fahrzeug aufbauen. Die Untersteuertendenz zeigt sich in jeder Kurve deutlich und es treibt mich ungewöhnlich weit raus. So passiert im dritten Lauf das, was man eigentlich nicht gebrauchen kann. In einer leichten Rechtskurve (fahre ich eigentlich immer voll), die ich ziemlich schnell anfahre , weil ich die vorherige Kombination gut erwischt habe, treibt der Wagen vorne aus und das Unglück kann nicht mehr abgewendet werden. Das Fahrzeug trifft unter einem spitzen Winkel bei ca. 90-100km/h auf die Mehrfachplanke, hebt sich innen an ,wird zurück auf die Strecke gelenkt und bleibt nach ca. 50m stehen. Vor dem Aufprall war mir klar, dass der Wagen dieses Wochenende nicht mehr zum Einsatz kommen wird. Dieser Eindruck bestätigt sich, nachdem ich einen Rundgang um den Wagen mit lauter Flucherei absolviert habe. Zum Glück bleibe ich unverletzt, die Leitplanke hat ihren Job gemacht. Nach dem Rücktransport auf dem Abschleppwagen haben wir mit vereinten Kräften den Wagen aufgeladen und sind abgefahren.
Das Fahrzeug kann durch eigene Kraft vom Trailer in die Scheune fahren. Eine kurze Untersuchung hat ergeben, dass der gesamte Vorderwagen stark verformt ist, die Aggregate jedoch relativ unbeschädigt sind. Das linke Vorderrad hat die A-Säule hochgedrückt, jedoch nicht so stark, dass ein Knick im Dach zu sehen ist. Der Längsholm, an dem der untere Querlenker montiert ist, hat einer starke Verbiegung und Verdrehung erfahren. Die hintere Tür ist wie eine Sardinen-Büchse aufgerissen worden. Die Felgen und Reifen an der linken Seite sind verloren.
Somit ist die Saison in diesem Jahr durch einen Fahrfehler beendet und ich werde versuchen, im Nächsten Jahr wieder mit dem Wagen an den Start zu gehen. Infos zur Reparatur des Fahrzeuges könnt ihr unter der Rubrik "Meine Autos" nachlesen.
Beste Zeit: 1:19:209min
Durchschnittsgeschwindigkeit: 92,3km/h
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