M o t o r s p o r t
Der Einsatz von Alfa Romeo Fahrzeugen mit Transaxle - Konzept in verschiedenen Motorsport - Serien und -Klassen begleitet die Geschichte dieser Fahrzeuge und kann auch mit vielen Erfolgen aufwarten.
Hauptsächlich wurden die Alfetta GTV und der Alfa 75 in verschiedensten Serien eingesetzt. Vereinzelt sind jedoch auch Alfetta Limousinen zu sehen gewesen (Rallye).
1976 waren für die Alfetta GTV die ersten großen Erfolge zu verzeichnen. Besonders Langstreckenrennen wie die 4 Stunden von Monza und die 24 Stunden von Spa lagen dem schnellen 2 - Liter Coupé. In Spa konnte in diesem Jahr nicht nur der Klassensieg bis 2000ccm sondern ein zweiter Platz in der Gesamtwertung erreicht werden. Auch 1977 waren noch einige Erfolge bei Langstreckenveranstaltungen möglich, 1978 konnte jedoch nur in Mugello durch G. Francia und A. Bigliazzi der Klassensieg geholt werden. Danach ist es im Tourenwagensport still geworden und Alfa Romeo konzentrierte sich auf die Formel 3 Meisterschaft, wo sehr viele Erfolge erzielt werden konnten. Erst 1981 konnte mit dem GTV 6 wieder bei den Tourenwagen gesiegt werden. Bis 1985 konnten sehr viele Klassensiege auf der Langstrecke erzielt werden.

Abb. 1: Alfetta GTV
Abb. 1: Steininger, F.: Alfa Romeo: Eine faszinierende Automobilgeschichte, Verlag Podszun, Brilon 2004
Mit dem Alfa 75 Turbo Evoluzione ist Alfa Romeo (Alfa Corse, Giorgio Pianta)1987 in die Tourenwagen Weltmeisterschaft eingestiegen. Fahrer wie Giorgio Francia, Ricardo Patrese, Nicola Larini und Alessandro Nannini steuerten die Rennmaschinen. 280PS und 320Nm waren Werte, die für sich sprachen. Die Literleistung liegt somit bei 158PS. Das Gewicht des Fahrzeugs beträgt ca. 960kg. Jedoch vereitelten viele technische Probleme und die Unterlegenheit gegenüber dem BMW M3 große Erfolge. Über die Saison verbesserte sich Alfa Romeo zwar, stieg jedoch vor Ende der Saison aus der Weltmeisterschaft aus.
Erfolglos blieb auch der einzige Evo, der von Kurt Thiim in der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft gelenkt wurde. Aufgrund des Handikap - Faktors für Turbo - Fahrzeuge musste das Gewicht auf 1150kg erhöht werden, was ein Siegen unmöglich gemacht hat.
1988 wurde von Alfa Romeo ein Evo nach dem IMSA - Reglement aufgebaut. Die Leistung wurde auf 335PS und das Drehmoment auf 417Nm gesteigert. Mit diesem Fahrzeug konnte der Giro d'Italia für Automobile 1988 und 1989 gewonnen werden.

Abb. 2: IMSA Alfa 75
Abb. 2: Quelle unbekannt
In der italienischen Tourenwagenmeisterschaft war der Einsatz des 75 sehr erfolgreich. Ein Mal konnte mit einem Alfa 75 der Titel geholt werden. Die Vizemeisterschaft gelang 1991 mit G. Francia am Volant. In diesem letzten Jahr des Renneinsatzes betrug die Leistung des 1,8 Liter Turbomotors ca. 440PS und es wurden ca. 670Nm an den Antriebsstrang weitergegeben. Mit dem 976kg leichten Geschoss konnten Spitzengeschwindigkeiten von über 300km/h erreicht werden. Gegen dieses Fahrzeug konnte sich nur Roberto Ravaglia im BMW M3 durchsetzen, der 1991 Meister wurde. Der Gesamtsieg in der Gruppe bis drei Liter Hubraum konnte1991 überlegen mit einem Alfa 75 3,0 eingefahren werden. 1992 ist Schluss mit Transaxle im aktuellen Tourenwagensport, da der Alfa 155 eingeführt wurde.

Abb. 3: Alfa 75 in der italienischen Tourenwagenmeisterschaft
Abb. 3: Di Paolo, U.; Rickenbach, D.: Alfa Romeo 75: Fahren aus Leidenschaft , Verlag BUBU, Schweiz 2004
Bei vielen Rallys wurden vor allen Dingen die Alfetta GTV und auch vereinzelt die Limousinen eingesetzt. Über die Platzierungen ist mir leider nicht viel bekannt. Bei Auto Delta wurden unter Carlo Chiti diverse Rallyfahrzeuge aufgebaut. Angefangen bei Zweiliter - Saugmotoren bis hin zu einem V8 Boliden, der im Revier des Lancia Stratos wildern sollte. Ein Einsatz dieses Wagens ist mir jedoch nicht bekannt.

Abb. 4: Rallye 2-Liter GTV bei der Rallye Quattro Regioni 1975
Abb. 4: Catarsi, G.: Le vetture che hanno fatto la storia: Alfa Romeo Alfetta, Verlag Giorgio Nada Editore s.r.l., Milano 1994